Die Radikalisierung Bradley Mannings

ManningUSOnline002
© Annemone Taake

Premiere: 3.10.2014
Ort: Theater Heidelberg, Zwinger1, Zwingerstraße 3-5, 69117 Heidelberg

Deutschsprachige Erstaufführung von Tim Price

Im Frühjahr 2010 wurde der Nachrichtenanalyst und US-Soldat Bradley Manning unter dem Verdacht verhaftet, hunderttausende Militär-Dokumente an WikiLeaks weitergegeben zu haben. Das Urteil des Gerichts fiel drei Jahre später und sprach Manning in 20 von 22 Anklagepunkten für schuldig. Seitdem verbüßt Chelsea Manning – kurz nach dem Urteil gab Manning in einer Erklärung bekannt, zukünftig als Frau leben zu wollen – eine 35-jährige Haftstrafe im Militärgefängnis. Das Urteil wurde international als Signal aufgefasst und damit als Drohung gegen andere Whistleblower wie Edward Snowden. Journalisten und Menschenrechtsorganisationen kritisierten, dass ein Strafmaß verhängt wurde, das zehn Jahre länger ist als die Frist, nach der viele dieser geheimen Dokumente ohnehin freigegeben worden wären. Wer war dieser erst 22-jährige Obergefreite, der die Welt in Aufregung versetzte, weil er ein Militärvideo öffentlich machte, auf dem zu sehen ist, wie bei einem US-Hubschrauberangriff im Irak ein Dutzend Zivilisten getötet werden? Der englische Autor Tim Price stellt die Frage nach der Radikalisierung Bradley Mannings. Ein aufsehenerregender Text, der fiktionale Handlung und wahre Geschichte geschickt zu verknüpfen weiß. Auf dem Edinburgh Festival 2013 wurde er mit dem James-Tait-Black-Memorial-Prize ausgezeichnet. In Heidelberg ist er erstmals auf Deutsch zu sehen.


Regie: Caro Thum
Bühne: Daina Kasperowitsch
Kostüme: Lena Peifer-Weiß
Dramaturgie: Sonja Winkel
Mit: Florian Mania, Elena Nyffeler, Fabian Oehl, Andreas Seifert, Nanette Waidmann, Martin Wißner

Weitere Informationen